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"St. Kliment Ochridski" hält die bulgarischen Farben in Bremen hoch / Austausch steht im Vordergrund

Pfeil Presseartikel des Stadteil- Weserkurier, 29. Oktober 2009, von
Angela Niggemeyer, Foto Walter Gebracht [PDF]

Hamburger Abendblatt, 7. Juli 2009, Seite 12:

Fast abgeschoben - nun Abitur mit 1,0

Tatyana kam über Bulgarien nach Hamburg, hatte den Traum vom Abitur. Der wäre beinahe geplatzt. Jetzt ist die 19-Jährige am Ziel.

Hamburg. Fast wäre Tatyanas Weg zum Abitur vor drei Jahren zu Ende gewesen. Das Visum ihrer Familie, die aus Bulgarien nach Hamburg gekommen war, lief aus. Eine Verlängerung war nicht möglich. "Doch dann hat meine Mutter eine Arbeitsstelle gefunden", erzählt die 19-Jährige. Die Rettung kurz vor der Ausreise. Die Chankovas blieben. Tatyana konnte weiter das Luruper Goethe- Gymnasium besuchen - mit Happy End. Die Bulgarin legte jetzt ein Traum-Abitur mit einem Notenschnitt von 1,0 hin.

"Für mich ist das gar nicht so besonders", sagt die aparte junge Frau bescheiden. Ihr Schulleiter beurteilt das allerdings anders: "Es ist ein Riesenerfolg, dass eine Schülerin mit Migrationshintergrund mit 1,0 abschneidet. Zumal sie ja kaum Deutsch konnte, als sie zu uns kam", sagt Egon Tegge und ist auch ein bisschen stolz. Von den insgesamt 6495 Hamburger Abiturienten erreichen diesen Notenschnitt nur rund 30.

Tatyana war 2004 mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester Rosi aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia nach Hamburg gekommen, weil der Vater einen Job als Ingenieur bei Airbus bekommen hatte.

"Es war natürlich hart, die Heimat zu verlassen", erinnert sich die Schülerin. Anfangs habe sie kaum etwas verstanden, aber sie kämpfte sich beharrlich durch. "Es war bei uns zu Hause auch ganz selbstverständlich. Meine Eltern waren in Bulgarien beide Professoren an der Universität." Doch dann erkrankte ihr Vater an Krebs und starb. Ihre Mutter und die beiden Töchter standen vor dem Nichts - die Ausweisung drohte.

"Aber wir hatten uns ja gerade eingelebt und wollten bleiben", sagt Tatyana. Dann bekam die Mutter ein Jobangebot von Airbus. Inzwischen haben alle Chankovas ein unbefristetes Visum, und Bulgarien gehört zur EU. "Aber ich bin froh, in Deutschland zu leben", sagt sie. Dabei ist ihr wichtig, dass sie jetzt ein deutsches Abitur in der Tasche hat. "Das ist besser anerkannt als ein bulgarisches Diplom", sagt Tatyana, die Mathe und Englisch als Leistungskurse belegt hatte.

Es sei dann auch ein toller Augenblick gewesen, als sie das Zeugnis bei der Entlassungsfeier endlich in Händen hielt. Probleme, einen Studienplatz zu bekommen, wird sie damit wohl kaum haben. Vielleicht klappt es sogar mit ihren "Traumuniversitäten" im englischen Oxford oder Cambridge. Tatyana: "Jetzt habe ich das Problem, mich zu entscheiden."

Von Hanna-Lotte Mikuteit